Laborkrise

Eisenkrise

„Für Dich, Frau, hat ein Ferritinwert unter 50 ng/ml zu genügen!“ Das ist eindeutig falsch! (Es wird den Ärzten tatsächlich global eingetrichtert, dass bei Frauen und Kindern ein Ferritinwert unter 50 normal sei, obwohl Männer über 100 haben und auch brauchen).

Es ist schon normal – ja geradezu logisch, dass der Ferritinwert bei den Frauen im Menstruationsalter unter 50 liegt. Schliesslich bluten sie ja alle vier Wochen, zusammengezählt während ihres Menstruationsalters während etwa 5-7 Jahren. Weil dies aus Sicht des heutigen Gesundheitssystems als normal gilt, werden solche Eisenmangelpatientinnen weder diagnostiziert noch mit Eisen behandelt – ausser inzwischen in der Schweiz. Dort wurde der riesige Vorteil von Eiseninfusionen von den Ärzten und Patienten erkannt und auch anerkannt. Sogar die Schweizer Regierung kümmert sich seit Juli 2015 darum!

Der Ferritinwert liegt bei Männern im Durchschnitt zwischen 100 und 200 ng/ml. Bei Frauen im Menstruationsalter hingegen unter 50 ng/ml. Sobald diese in die Konzentration der Männer korrigiert werden, werden die meisten von ihnen gesund.

Es ist wirklich irritierend, dass die Laboratorien einen unteren Ferritinwert als normal bezeichnen, bei dem viele Frauen unnötig leiden müssen. Weshalb tun sie es eigentlich trotzdem? Dadurch wurde die Diagnose des Eisenmangelsyndroms letztendlich systematisch verhindert bis zu seiner Basler Wiederentdeckung 1998. Man muss davon ausgehen, dass die Laboratorien durch ihren systemrelevanten Irrtum einen grossen Beitrag zur bisherigen Eisenkrise geleistet haben. Immerhin leidet über eine Milliarde Menschen an einem bislang unentdeckten Eisenmangelsyndrom.

Laborkrise

Beim Ferritinwert herrscht eine systematische Intransparenz. Würden aber die Laboratorien ihre Messmethoden für Ferritin endlich deklarieren, könnten wir die Laborkrise leicht überwinden und die notwendige Transparenz schaffen, wie es von SIHO gefordert wird.

Die Laboratorien behaupten nämlich nicht nur, dass Eisenmangel für Frauen normal sei. Darüber hinaus geben sie sogar unterschiedliche, also verwirrende Resultate ab, die miteinander nicht vergleichbar sind. Hier befinden wir uns inmitten einer unnötigen Krise, die eigentlich fast schon skandalös ist, zumindest aber frech.

Sich widesprechende Ferritinwerte führen unweigerlich ins Chaos, sodass wir Ärzte und Patientinnen nicht optimal zusammenarbeiten können. Unsere bereits hohe Behandlungsqualität könnte nämlich noch besser sein, wenn wir uns alle an die „Leitwährung“ (Beckman) hielten. Das wäre zwar möglich, wird von den Laboratorien aber immer noch verhindert, indem sie sich weigern, ihre Messmethode zu deklarieren (mit wenigen Ausnahmen). Wir Schweizer Eisenärzte und Eisenmangelfrauen fordern die Deklaration der Ferritin-Messmethode zugunsten der uns zustehenden Qualität und Sicherheit bei den intravenösen Eisentherapien!

 

Weiterführende Dokumente:

– Schon der „Beobachter“ hat darüber berichtet.
– Auch dem Bundesrat gefällt die Laborkrise nicht.